EP.1 - 26.06.2022

Start und ankunft in Ratchaburi

 

Es ist 5 Uhr Morgens als mein Wecker sich laut und deutlich meldet.​​ Eigentlich überflüssig, denn ich bin schon länger wach. Schnell die Zähne putzen, den Kaffee herunterspülen und die restlichen Sachen wie Dokumente auf dem Motorrad verstauen. Jetzt bleibt es nur noch meine Kameras zu montieren, sodass ich unterwegs auch Filmen kann.

 

Trotz einiger Erfahrungen aus vergangenen Reisen ist es trotzdem immer etwas anders, bzw. es kommt anders als man es geplant hat. So auch diesen Morgen immer diese Kleinigkeiten, die man am Tag zuvor vergessen hat. Nichts Besonderes, aber die​​ nehmen Zeit in Anspruch.

So gegen 8 Uhr war ich mit den restlichen Arbeiten fertig. Nur noch schnell eine Dusche und es kann losgehen.

 

Mittlerweile ist es 9 Uhr und ich bin bereit, für die Fahrt. Ich verabschiede mich von meiner Frau und meinem Hund und es kann losgehen.

 

Mein Bordcomputer zeigt bereits 35 Grad im Schatten, ich hoffe das der Fahrtwind doch etwas kühlend wirkt, und es kein Regen gibt.

 

Abb. 1​​ Hier kann man sehen den Kilometerstand vor der Reise und die Temperatur

 

Die heutige Strecke so mein Navigationssoftware soll ca. 350 km lang sein. Tatsächlich sind es 378.2 km geworden.

 

Abb.2 Die Tatsächlich gefahrene​​ Strecke.

 

 

Mein erster Plan war, mit dem Motorrad von Thailand nach Deutschland zu fahren und das Jahr danach von Deutschland über Nordafrika, Saudi-Arabien nach Iran und von dort aus das Pamir Gebirge zu besuchen.

 

Nun ist es anders​​ gekommen als geplant. Ich kann diese Reise nicht machen, denn Myanmar ist geschlossen und es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Land sich öffnet. Natürlich habe ich auch bei verschiedenen Firmen nachgefragt, was es mich kosten würde mein Motorrad nach Kathmandu (Nepal) via Luft Cargo zu verschicken. Dafür habe ich mindestens 15 Firmen angeschrieben. Von den 15 Firmen haben mir nur 2 Firmen eine Kostenzusammenstellung zugeschickt. Die Kosten beliefen sich einmal rund 9000,-€ und 11000,- €. Das ist entschieden zu viel. Eine​​ Firma hat mich ständig mit dummen Fragen genervt, fragen so zum beispiel wo mein Motorrad angemeldet ist. Würde diese Firma meine Mails lesen so würde sie auch sehen auf den Bildern mein Nummernschild und somit wäre die Frage erledigt. Es​​ kamen unzählige Fragen und nie zu einer Kostenzusammenstellung. Die restlichen Firmen haben nicht einmal die güte gehabt zu antworten. Ah ja da war eine Firma die behauptete dass Nepal, Indien und Bangladesch keine gebrauchte Motorräder zulassen würde. Was für ein schwachsinn.

 

Also, wenn ich schon nicht Richtung Westen fahren darf so werde ich versuchen Richtung Süden bis nach Australien zu kommen und von da werde ich entscheiden wie es weitergeht.

 

Ich fahre die Straße 21 Richtung Süden. Mein erster ziel, sollte ursprünglich ein Flugzeugfriedhof in Bangkok sein. Etwas ungewöhnlich, denn solch ein Ort würde man eher außerhalb einer Stadt erwarten und nicht mitten drin, daher finde ich ist es schon ein Besuch wert. Meine Recherchen ergaben jedoch, dass es​​ sich dabei jedoch um ein einziges Flugzeug handelt, und der Ausländer schon mal gern zur Kasse gebeten werden. Ich hasse diesen Spruch, den ich immer wieder höre "YOU FARANG YOU PAY", ich finde, das ist eine unverschämte Frechheit. So entschied ich mich gegen diesen Ort, den schließlich mit einem schwer beladenen Motorrad quer durch Bangkok zu fahren, das ist kein Vergnügen. Ich werde diesen Ort zu einem späteren Zeitpunkt besuchen, wenn ich deutlich leichter unterwegs bin. Ah ja ich habe es bis jetzt noch​​ nicht erwähnt, aber mein Motorrad habe ich gewogen bevor ich gestartet bin, und es bringt 400 kg auf der wage, was enorm ist.

 

Also entschied ich mich für die Fahrt durch die Stadt Lopburi. Lopburi ist bekannt wegen der vielen Affen, die überall in der Stadt leben. Die Bemühungen, die Affen zu vertreiben, sind gescheitert. Ganz im Gegenteil, ein Geschäftsmann der angeblich sein Wohlstand den Affen zu verdanken hat organisiert jedes Jahr einen Affen Festival. Es werden überall in der Stadt Tische aufgestellt​​ mit allerlei leckeres für die Tiere. Die Affen selber sind mittlerweile schon längst zu einer touristischen Attraktion geworden.