Malaysia

Dreimal bin ich mit meinem Motorrad über die Thailändische Grenze gefahren, als ich endlich einen gelangweilten Beamten gesehen habe der bereit war mir mein Pass abzustempeln. Er saß in einem Häuschen ohne Licht, die Türen und Fenster waren alle abgeschlossen. Wie zum Kuckuck soll, man erkennen das hier jemand drin ist? Wie auch immer, dieses Desinteresse und Lustlosigkeit hat mich gewaltig angepisst.

Die Straßen

Auf der Malaysischen Seite sah das alles anders aus. Ich fuhr einen für Motorräder, vorgesehenen Strecke an einem Häuschen wo eine freundliche Frau mit Kopfbedeckung mich nach meinem Pass fragte um mir auch diesen ohne zu murren abgestempelt hat. Kurzer Hinweis ihrerseits, dass ich mein Motorrad einer technischen Untersuchung unterziehen muss, um anschließend eine Versicherung abzuschließen. Die technische Untersuchung ist Voraussetzung, um überhaupt eine Versicherung abschließen zu können. Es besteht Versicherungspflicht in Malaysien. Die ganze Prozedur inklusive Versicherung hat ungefähr 1 Stunde gedauert. Bei der Versicherung habe ich ein Malaysische Kennzeichen bekommen und damit durfte ich weiter Fahren.

Malaysien hat sich für mich als ein Motorrad Traumland offenbart. Ich durfte in Malaysien mit meinem Motorrad überall fahren. Die Autobahnen waren für mich Kostenlos und sogar mit eigener Motorrad Fahrbahn ist allerdings auch nicht Pflicht darauf zu fahren. Der Zustand der Autobahnen war ausgezeichnet und das war noch nicht alles, denn alle paar Kilometer waren Unterstände gekennzeichnet, falls es regnet, dann konnte man sich als Motorradfahren unterstellen, was ich auch oft in Anspruch nahm. Die übrigen Straßen waren auch in einem sehr guten Zustand. Ich würde sogar behaupten besser als in Deutschland. Auf den Autobahnen gab es keine Staus und nicht einmal eine Baustelle, was man aus Deutschland was anderes kennt.

Ich bin von Norden nach Süden gefahren als auch von Osten nach Westen. Insgesamt sind es ca. 3000 Kilometer geworden und bei den Spritpreisen von ca. 50 Cent hat das auch sehr viel Spaß gemacht.

Das Essen

Kulinarisch hat auch Malaysia einiger zu bitten. Die Küche ist von Thailand, Indien und Europa geprägt, was zu einer großen Vielfalt führt. Zum Essen bekommt man ähnlich wie in Thailand überall, allerdings sind das meistens Straßenrestaurants selbst Bedingungen, man nimmt, sich so viel wie man will und was man will, anschließend wird bezahlt. Die Preise sind moderat, ähnlich wie in Thailand. Schweinegerichte wird man allerdings vergeblich suchen, denn Malaysia ist muslimisch geprägt und wie jeder es weiß, es ist den Moslems nicht gestattet Schweinefleisch zu verzehren.

Die Hotels und die Menschen

Hotels sind allerdings teuer. Ich habe auf meiner ganzen Reise nur einmal notgedrungen in einem Hotel übernachten dürfen. Das Hotel war teuer und die Zimmer wurden für Zwerge gebaut. Im Bett liegend konnte ich die Wand links und rechts von mir anfassen und an Bettkopf war schon die Dusche wo es nicht einmal mehr Platz gab für ein Handtuch. Glücklicherweise konnte ich die ganze Zeit bei verschiedenen Gastgebern übernachten. So bot sich für mich die Gelegenheit, die Malaysier noch besser kennenzulernen. Mein Fazit, die Malaysier sind super gastfreundlich. Nicht nur das sie mich in ihren Häusern aufgenommen haben so boten sie mir auch noch reichlich etwas zu essen und Trinken.

An Malaysien hat mich am meisten, die friedliche Koexistenz der verschiedenen Weltreligionen beeindruckt. So gab es fast vis a vis einer Katholische-Kirche eine Moschee und ein buddhistischer Tempel. So etwas habe ich bis jetzt nirgendwo gesehen.